Stereotypien – Zwangserkrankungen, verhaltensbezogene Süchte und selbstverletzendes Verhalten bei Hunden aus Sicht der klinischen Humanpsychologie | Robert Mehl

Veranstalter
Jan Benn | Hundehort Kiel

Datum | Zeit
03.06.2023 | 10 – 18 Uhr

Veranstaltungsort
Erlebniswald Trappenkamp

Stereotypien – Zwangserkrankungen, verhaltensbezogene Süchte und selbstverletzendes Verhalten bei Hunden aus Sicht der klinischen Humanpsychologie

Seminar-Inhalt:

Stereotypes, sich ständig wiederholendes, scheinbar sinnloses und nicht selten schädliches Verhalten bei Hunden kann viele Ursachen haben und tritt als Symptom bei verschiedenen psychischen Störungen auf. Zwangserkrankungen, verhaltensbezogene Süchte („Balljunkie“) und selbstverletzendes Verhalten sind Beispiele dafür.

In diesem Seminar gehen wir den neurobiologischen Ursachen von sogenannten „Stereotypien“ auf den Grund. Nach einer kurzen Einführung in die Unterscheidung von normalem und gestörtem Verhalten werfen wir einen Blick auf den Auslöser der Symptome: das Gehirn.
Innerhalb weniger Minuten lernt jeder Teilnehmer, sich im Gehirn anhand auffälliger Landmarken neuroanatomisch zurechtzufinden und versteht die Funktionsweise und das Zusammenspiel der Neurotransmitter.

Danach befassen wir uns – ausgehend von der klinischen Humanpsychologie – überblicksweise mit den Symptomen und Ursachen der oben genannten Störungen: Zwangsstörungen und verhaltensbezogene Suchterkrankungen.
Wir besprechen in diesen Zusammenhängen auch die Symptome und einige Ursachen des selbstverletzenden Verhaltens. Dabei wird das komplexe Zusammenspiel von Neuroanatomie, Hirnfunktionen, Hirnstoffwechsel und Verhalten deutlich. Einflüsse von Umwelt, Lernen und Psychopharmaka auf den Hund werden diskutiert, so dass die Teilnehmer vorhandene Therapieansätze kritisch beurteilen können.

Zu jeder Störung werden aktuelle Therapieverfahren im Humanbereich vorgestellt und dann betrachten wir, welche Verfahren, v. a. aus dem Bereich der Verhaltenstherapie, auf Hunde übertragbar sind.

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für die neurobiologischen Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung psychischer Störungen interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine qualifizierende Ausbildung.

Das Seminar ist von den Tierärztekammern in SH und NDS als Fortbildung mit 6 Stunden anerkannt!

Referent:

Robert Mehl